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Human

Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die pädagogische Praxis zum fachlichen Umgang mit sexualisierter Gewalt mit digitalem Medieneinsatz

Was erforschen wir?

Digitale Medien spielen im Kontext einer Sexualisierung von Kindheit und Jugend sowie sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche aufgrund der unbegrenzten Interaktionsmöglichkeiten eine hervorgehobene Rolle. Präventive Konzepte berücksichtigen demgegenüber oft noch nicht differenziert genug, wie digital angebahnter, durchgeführter oder begleiteter Gewalt begegnet werden soll. Hier setzt das Human-Projekt an.

Mittels empirischer Rekonstruktion der Handlungsstrategien von Expert*innen aus den Wissenschaften und der spezialisierten Fachpraxis, die zu sexualisierter Gewalt mit digitalem Medieneinsatz arbeiten, und unter Berücksichtigung des Erfahrungsexpert*innentums von Menschen, die sexualisierte Gewalt mit digitalem Medieneinsatz erlebt haben, werden in unserem Projekt fallbasierte Handlungsstrategien und –prinzipien abgeleitet, die der pädagogischen Praxis als fundierte Empfehlungen zugänglich gemacht werden sollen.

Mit wem machen wir das?

Unterstützt wird das Projekt HUman durch die strategischen Partner*innen Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, –vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V. (DGfPI), der Deutschen Sportjugend (dsj), der Bundeskoordinierung Spezialisierte Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF), dem Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe - Frauen gegen Gewalt e.V. (bff:) sowie Innocence In Danger e.V.

Die strategischen Partner*innen partizipieren an unserem Projekt, stehen uns beratend zur Seite, helfen uns mit dem Expert*innentum ihrer Netzwerke sowie bei der Verbreitung unserer Ergebnisse zurück an die fachpraktische Basis.

Wie machen wir das?

In Kooperation mit spezialisierten Fachstellen, die zum Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend arbeiten, erheben wir anonymisierte Dokumentationen von Fällen sexueller Übergriffe und Missbrauchshandungen mit digitalem Medieneinsatz. Auf Basis der Falldokumentationen rekonstrieren wir qualitativ-empirisch 6 bis 10 prototypische Fallszenarien bzw. Schüsselsituationen. Die prototypischen Fallszenarien/Schlüsselsituationen werden in einem Folgeschritt in problemzentrierten Focus-Groups diskutiert, die wir aus Expert*innen, d.h. interdisziplinären spezialisierten Wissenschaftler*innen und Fachkräften aus den Bereichen Kinderschutz, Beratung im Kontext sexualisierter Gewalt mit digitalem Medieneinsatz, Sexualpädagogik und Krisenintervention rekrutieren. Die Focus-Groups befassen sich damit, wie und in welcher Schrittfolge mit den prototypischen Fallszenarien/Schlüsselsituationen umzugehen sei. Die Spezialist*innen begründen ihre fachlichen Positionen, sodass eine Analyse ihrer handlungsleitenden Vorannahmen möglich ist.

Ergänzend wird das Erfahrungsexpert*innentum gewaltbetroffener Menschen mittels teilstandardisierter Qualitativer Interviews erhoben. Der Fokus der Interviews liegt nicht auf dem Gewalterleben, sondern auf Anliegen und Ressourcen, die sich aus der Betroffenenperspektive in der Phase der Aufdeckung sexualisierter Gewalthandlungen mit digitalem Medieneinsatz ergeben. Die Interviews werden in spezialisierten Fachstellen durch im Umgang mit Gewalt geschultes Personal durchgeführt, damit bei Bedarf eine Weiterberatung möglich ist. Weitere Interviews mit Vertreter*innen sogenannter Betroffenenverbände werden von Studierenden unter enger Anleitung des Projektteams durchgeführt. Aus diesen Interviews werden forschungsethische Prinzipien der Studierendenbeteiligung erarbeitet.

Die prototypischen Fallszenarien, die Ergebnisse der Focus-Group-Interviews und die Ergebnisse der Interviews mit den Erfahrungsexpert*innen bilden die Basis unserer Handlungsempfehlungen.

Wer macht das?

Das Team besteht aktuell aus dem Projektleiter Prof. Dr. Frederic Vobbe, der projektkoordinierenden akademischen Mitarbeiterin Katharina Kärgel, der akademischen Mitarbeiterin Tamara Schwertel sowie studentischen Hilfskräften.

Wie machen Studierende mit?

Studierende diskutieren das Projekt und seine Inhalte in unterschiedlichen Seminaren. Studierende werden an Forschungsgruppen beteiligt. Studierende führen Qualitative Interviews durch und reflektieren Ihre Erfahrungen in einem Seminar zur Qualitativen Soziaforschung. Es besteht die Möglichkeit Bachelor- und Masterarbeiten zu angrenzenden Themenaspekten des Forschungsprojekts zu schreiben.

Wer bezahlt das?

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Unser Kontakt

Frederic Vobbe

Prof. Dr. Frederic Vobbe

Professor

für Soziale Arbeit an der Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften; Studiengangsleitung B.A. Soziale Arbeit
Raum arc117
Ludwig-Guttmann-Str. 6
69123 Heidelberg
Telefon +49 6221 88-1025
Telefax +49 6221 88-3482
E-Mail schreiben

Katharina Kärgel

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

an der Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften,
Forschungsprojekt "HUman"
Raum arc012
Ludwig-Guttmann-Str. 6
69123 Heidelberg
Telefon +49 6221 88-1479
Telefax +49 6221 88-3482
E-Mail schreiben