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Hochschule Ambulanzen Lehrambulanzen Musiktherapie am Campus & Tanz- und Bewegungstherapie am Campus

Musiktherapie am Campus & Tanz- und Bewegungstherapie am Campus

Campusambulanzen

Die Lehrambulanzen Musiktherapie am Campus und Tanz- und Bewegungstherapie am Campus sind ein wichtiger Baustein der psychosozialen Versorgung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Sie finden uns in unseren neuen, gut ausgestatteten Räumen auf dem SRH Campus. Wir kooperieren mit zahlreichen psychosozialen, therapeutischen und klinischen Einrichtungen der Region sowie mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten.
Aus der Anbindung der Ambulanz an die Fakultät für Therapiewissenschaften der SRH Hochschule Heidelberg resultiert eine enge Zusammenarbeit mit Lehre und Forschung an unserem Haus. Dies garantiert Ihnen als Klienten auf der Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse behandelt zu werden. Wir orientieren uns an den empfohlenen Behandlungsleitlinien und Therapiemanualen und evaluieren unsere Therapien fortlaufend mit modernen Dokumentationsmethoden.

Konzept

Lehre, Praxis und Forschung unter einem Dach
Unser Behandlungskonzept ist schulenübergreifend und störungsspezifisch. Unsere Klienten werden von qualifizierten Musik- & Tanz- und Bewegungstherapeuten behandelt. Alle unsere Mitarbeiter sind für bestimmte Behandlungsbereiche spezialisiert und/oder besitzen Zusatzqualifikationen z. B. als Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut oder Neurologischer Musiktherapeut. Studierende der Musiktherapie und der Tanz- und Bewegungstherapie arbeiten als Assistenten unter deren Supervision mit. Durch die Musiktherapeuten und Tanz- und Bewegungstherapeuten in Ausbildung steht uns mehr Personal zur Verfügung, wovon der einzelne Klient durch eine intensivere und individuellere Betreuung profitiert.
Die enge Verzahnung von Praxis, Lehre und Forschung sorgt für den Wissenstransfer der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in den Behandlungsprozessen – zum Vorteil unserer Klienten. Unter dem Dach der Fakultät für Therapiewissenschaften findet eine enge Zusammenarbeit mit der Ambulanz für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie der Heidelberger Akademie für Psychotherapie, der Lehrambulanz Physiotherapie am Campus sowie mit Ergotherapeuten statt.

Behandlung

Wir bieten sowohl Gruppen als auch Einzeltherapien für alle Altersgruppen an. Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene können bei uns gleichermaßen kompetent behandelt werden. Grundsätzlich kann sich jeder in musiktherapeutische oder tanz- und bewegungstherapeutische Behandlung begeben, sofern dies indiziert ist. Es sind keinerlei musikalische oder motorische Vorkenntnisse oder Fertigkeiten erforderlich. 

Ablauf einer Behandlung
Bei Interesse nehmen Sie über E-Mail Kontakt zu uns auf. Wir setzen uns mit Ihnen in Verbindung und vereinbaren einen unverbindlichen Ersttermin. In diesem haben Sie die Möglichkeit die Therapieformen kennen zu lernen und über Ziele einer möglichen Therapie zu sprechen. Wenn Musiktherapie oder Tanz- und Bewegungstherapie für Sie oder Ihr Kind in Frage kommt, können bis zu vier Probetherapiestunden in Anspruch genommen werden, bevor Sie sich für die Behandlung entscheiden. Therapien finden wöchentlich oder vierzehntägig statt und haben eine Dauer von 45 oder 90 Minuten. In den Lehrambulanzen Musiktherapie am Campus & Tanz- und Bewegungstherapie am Campus werden alle Therapiesitzungen dokumentiert und evaluiert.

Kosten
Musiktherapie & Tanz- und Bewegungstherapie sind junge Disziplinen. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen i. d. R. nicht übernommen, das heißt die Therapiekosten müssen vom Klienten selbst getragen werden. In Einzelfällen kann Musiktherapie oder Tanz- und Bewegungstherapie als Eingliederungshilfe von Sozial- oder Jugendämtern oder im Rahmen der Opferschutzhilfe erstattet werden.

Fachbereiche

Musiktherapie bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen 
Die vordergründige Aufgabe von Musiktherapie bei dieser Klientengruppe ist die Aktivierung von Erinnerung durch das Hören von Musik und das gemeinsame Singen oder Musizieren. Es stehen weitere spielerische Techniken zum Gedächtnistraining zur Verfügung. Da viele Menschen mit Demenz auch eine depressive Symptomatik zeigen, wird sich in der Musiktherapie auch meist hiermit beschäftigt. Musik kann ihre zunächst nur vage oder nicht eindeutig wahrnehmbaren Gefühle hörbar machen. Dadurch wird der Zugang zum eigenen Erleben geweckt, emotionale Ausdrucksfähigkeit gefördert und Emotionsregulation ermöglicht.

Musiktherapie bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS)ASS gehört zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Menschen mit Autismus haben vor allem Probleme in der Wahrnehmungsverarbeitung. Im Mittelpunkt steht hierbei eine schwere Beziehungs- und Kommunikationsstörung. In der Musiktherapie kann auf nonverbaler Ebene Kontakt zu sich selbst, zu anderen und zur Umgebung hergestellt werden. Die Anbahnung von Kommunikation und der Aufbau von Beziehung sind hier abseits von Worten möglich. Durch die Anregung verschiedener Sinnesbereiche beim Musizieren kann Körpergefühl entwickelt werden. Rhythmus, harmonische oder melodische Strukturen können Ordnung in das Chaos bringen, mit dem sich viele Menschen mit Autismus konfrontiert sehen. Musik kann so den Raum für das Erleben und Handeln in einem geschützten Rahmen bieten. Die Motivation selbst aktiv zu werden und sich kreativ auszudrücken wird gefördert.

Beratungsangebot für Einrichtungen der Altenhilfe
Einrichtungen der Altenhilfe, die Musiktherapie in ihr Behandlungsangebot mit aufnehmen möchten, können sich von der Campusambulanz Musiktherapie diesbezüglich beraten lassen. Die Beratung umfasst:

  • Auftragsklärung
  • Begehung und Bedarfserhebung vor Ort: Hier werden die strukturellen Gegebenheiten (z.B. Räumlichkeiten, Tagesabläufe, Pflegeroutinen) sowie Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen der Einrichtung an das musiktherapeutische Angebot erkundet und in einem gemeinsamen Gespräch abgestimmt.
  • Erstellung eines Realisierungsplan: Auf der Grundlage der Begehung und Bedarfserhebung in der Einrichtung vor Ort wird ein individuell zugeschnittener Realsierungsplan für musiktherapeutische Angebote für die Einrichtung erstellt. Dieser umfasst als Vorschlag
    • die Zusammenstellung bedarfsgerechter musiktherapeutischer Angebote,
    • deren zeitliche Strukturierung im Alltag der Institution,
    • einen Kostenplan auch unter Berücksichtigung notwendiger Anschaffungen (Musikmaterial).
    Der Realisierungsplan dient der Orientierung bei der Umsetzung; der Kostenplan kann potenziellen Kostenträgern vorgelegt werden.

Musiktherapie bei Menschen mit Depressionen, Ängsten und Anpassungsstörungen 
Jugendliche oder Erwachsene, aber auch Kinder mit emotionalen Störungen wie z.B. Depressionen, Angststörungen oder Anpassungsstörungen können über Musik ihre zunächst nur vage oder nicht eindeutig wahrnehmbaren Gefühle hörbar machen. Dadurch wird der Zugang zum eigenen Erleben geweckt, emotionale Ausdrucksfähigkeit gefördert und Emotionsregulation ermöglicht. Neben der dabei erfahrenen emotionalen Entlastung werden im anschließenden Gespräch oder im weiteren musikalischen Tun Konfliktthemen einer vertiefenden Bearbeitung zugänglich gemacht.

Musiktherapie bei Menschen mit Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache 
Bei Kindern mit Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache wird die Musik eingesetzt, um die Wahrnehmungsfähigkeit mit verschiedenen Klängen zu fördern und die gestörte Sprachstruktur mithilfe der Verbindung von Sprache und Musik positiv zu beeinflussen. Situationslieder und Improvisationen untermalen das Handeln des Kindes, sodass sich das Kind verstanden und akzeptiert fühlt.

Musiktherapie bei Menschen mit Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen 
Stark rhythmische Musik kann als Hilfestellung bei der Ausführung bestimmter Bewegungen dienen. Rhythmische Übungen oder das Spielen eines Instruments fördern die motorische Koordination. Die Motivation ist durch das akustische Feedback sehr hoch. Durch den starken sozialen und integrativen Charakter der Musik können die Kinder zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl und einer höheren Flexibilität gelangen. 

Musiktherapie bei Menschen mit Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten 
Eine geringe Lern- und Leistungsmotivation stehen bei Kindern und Jugendlichen oft in Zusammenhang mit Beziehungsstörungen. Diese führen oftmals zu Konflikten beim Klienten, die dieser nicht bewältigen kann. Musiktherapie bietet hier die Möglichkeit ohne Leistungsdruck ins Erleben zu kommen. In der Improvisationen oder mittels Songs kann das Kind/der Jugendliche seine Gefühle ausdrücken und in musikalischen Rollenspielen können Ressourcen geweckt und Schutzfaktoren aufgebaut werden.

Was ist das eigentlich genau? 
Musiktherapie ist eine kreativ-künstlerische Therapieform mit klinisch-wissenschaftlicher Ausrichtung. Sie kann bei Menschen aller Altersgruppen als Einzel- oder Gruppentherapie angewendet werden. Man unterscheidet die aktive und die rezeptive Musiktherapie.

Aktive Musiktherapie 
In der aktiven Musiktherapie improvisieren oder spielen Klient und Therapeut gemeinsam auf Musikinstrumenten oder singen gemeinsam. Musikalische Vorkenntnisse oder Begabung sind nicht erforderlich. Musik bietet die Möglichkeit ohne Worte miteinander in Kontakt zu kommen. Gedanken und Gefühlen können in der Musik ausgedrückt und gestaltet, neue Erlebens- und Verhaltensweisen entdeckt und erprobt werden. Die Interventionen sind genauso vielfältig wie die Musik selbst. So wird in der aktiven Musiktherapie frei improvisiert, es werden gemeinsam Songs geschrieben, musikalische Rollenspiele gemacht und vieles mehr – ganz an die Bedürfnisse und die Ziele des Einzelnen angepasst.

Rezeptive Musiktherapie
In der rezeptiven Musiktherapie hört der Klient Musik. Dies kann ausgewählte Musik von Tonträgern oder vom Therapeuten live gespielte Musik sein. Musik kann Erinnerungen und bestimmte Gefühle aufleben lassen, sie kann Entspannung fördern, aktivierend wirken, Kraft geben oder zum Nachdenken anregen. Nach dem Hören wird in einem therapeutischen Gespräch das Erlebte reflektiert. Musiktherapie kann dabei helfen…… Gefühle auszudrücken… Kommunikation und Beziehungsfähigkeit zu fördern… soziale Kompetenzen zu trainieren… Motivation und Selbstbewusstsein zu stärken… Belastungen, Anspannung und Stress zu regulieren… eigene Gefühle und Gedanken besser zu verstehen… Belastungen und Probleme zu bewältigen… Lebensqualität zu verbessern… sich zu entspannen und Schönes zu erleben.

Musiktherapie bei Menschen in der neurologischen Rehabilitation 
Musiktherapie wird in diesem Bereich vor allem bei Menschen in der neurologischen Rehabilitation eingesetzt. Ziel ist hier einerseits die Verbesserung von Körperfunktionen wie z.B. Gehen, Feinmotorik, Sprechen oder Aufmerksamkeit und andererseits die Stabilisierung des psychischen Zustands und die Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung. Funktionen werden mit den Techniken der Neurologischen Musiktherapie nach Thaut geübt. Zur Beziehungsgestaltung, der Aktivierung von Ressourcen und der Unterstützung emotionaler Prozesse werden eher klassische Techniken wie Improvisation oder rezeptive Methoden eingesetzt.

Musiktherapie in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie 
Hierunter fallen die unterschiedlichsten Problematiken und Störungen (z.B. Emotionale Störungen, Verhaltensstörungen, Schizophrene Störungen, Persönlichkeitsstörungen etc. Dementsprechend unterschiedlich sind die Behandlungsaufträge der Musiktherapie.Übergeordnete Ziele der Musiktherapie sind jedoch die Förderung der eigenen Identität und des Selbstwerts, kommunikative und soziale Fähigkeiten auszubauen und die Ausdrucksfähigkeit zu verbessern. Hier kommen sowohl aktive Methoden, wie Songwriting, Improvisation, Bandprojekte u.a. zum Einsatz als auch rezeptive Methoden wie Lyric Discussion oder Entspannungsverfahren mit Musik.

Musiktherapie bei Menschen mit chronischen Schmerzen 
Chronische Schmerzen sind meist kein ausschließlich organisches Problem. Schmerz hat oft auch eine psychische Komponente. Die Campusambulanz hat langjährige Erfahrungen in der Behandlung von Schmerzpatienten und kann auf ein hier entwickeltes Behandlungsmanual zurückgreifen. Zunächst werden mittels rezeptiver Methoden erinnertes Wohlbefinden aktiviert. Später findet eine intensive Auseinandersetzung mit der Problematik in freien und strukturierten Improvisationen statt, die eine Veränderung des Erlebens und des Verhaltens zum Ziel haben.

folgt noch  

Musiktherapie bei Menschen mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) oder Störungen des Sozialverhaltens
Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten haben meist Probleme in der interpersonellen Interaktion. Da fast alle sozialen Kontexte (z.B. Schule) Fähigkeiten in diesem Bereich erfordern, erzeugen Verhaltensauffälligkeiten beim Betroffenen oftmals weitere kritische Themen im schulischen oder sozialen Bereich. Musiktherapie hat den Vorteil, dass das Medium extrem einladend und dadurch ein sehr niedrigschwelliges therapeutisches Angebot darstellt. Musiktherapie wird eher mit Spaß verbunden, als mit Arbeit und Therapie und sie ist sehr anpassungsfähig an die jeweiligen Vorlieben des Einzelnen. Dies hat meist einen positiven Einfluss auf die Motivation des Klienten. Sehr lebhafte, unter hoher innerer Spannung stehende oder aggressive Kinder können sich in der Musik ausdrücken und schrittweise Selbstregulation erlernen. In der Musik können unangepasste Verhaltensweisen identifiziert und verändert werden.

Bericht Therapiewissenschaften

Team

Fachliche Leitung: 
Prof. Dr. Dorothee von Moreau
Psychologische Psychotherapeutin, Dipl.-Psych., Lehrmusiktherapeutin DMtG

Therapeuten: 

  • Oliver Feuerstein (Musiktherapeut, B. A., Schwerpunkt: Kinder und Jugendliche)
  • Mia Gassen (Musiktherapeutin, B. A., Schwerpunkt: Kinder und Jugendliche)
  • Josephine Geipel (Musiktherapeutin, M. A., Schwerpunkt: Neonatologie)
  • Elisa Herbig (Musiktherapeutin, M. A., Schwerpunkt: Geistige Behinderungen)
  • Michael Keßler (Musiktherapeut, M. A., Schwerpunkt: Geriatrie)
  • Friederike Klodwig (Tanz- und Bewegunstherapeutin, M. A., Schwerpunkt: Psychiatrie)
  • Svenja Kotz (Musiktherapeutin, M. A., Schwerpunkt: Geriatrie, Kinder und Jugendliche)
  • Andreas Mager (Musiktherapeut, B. A., Schwerpunkt: Neurologische Rehabilitation)
  • Joachim Nolden (Diplom-Musiktherapeut FH, Schwerpunkt: Neurologie, Palliativ)
  • Gisela Platzbecker (Musiktherapeutin, M. A., Schwerpunkt: Palliativ)
  • Claudia Sauerborn (Tanz- und Bewegungstherapeutin, M. A., Schwerpunkt: Geriatrie)
  • Christoph Schröter (Musiktherapeut, B. A., NMT, Schwerpunkt: Neurologie, Psychiatrie)
  • Dominik Wolter (Tanz- und Bewegungstherapeut, M. A., Schwerpunkt: Parkinson)
  • Anke Zademack (Musiktherapeutin, M. A., Schwerpunkt: Psychosomatik, Psychotherapie)

Sie haben Fragen? Dann sprechen Sie uns an.

von Moreau, Dorothee