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Landingpage 40 Jahre Musiktherapie Symposium "Musiktherapie und Digitalisierung"

Symposium – Musiktherapie und Digitalisierung
Samstag, 21. September 2019

"Nur noch kurz die Welt retten" - Musiktherapie und Digitalisierung

Im Rahmen von Vorträgen und Workshops sollen die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für die Musiktherapie beleuchtet werden. Es soll diskutiert werden, welchen Einfluss Musik in der digitalisierten Welt auf das Wohlbefinden der Menschen hat und wie dieser aus neurowissenschaftlicher Sicht erklärt werden kann. Wir wollen der Frage nachgehen, inwiefern Musiktherapie als historisch eher analoges Verfahren hier einen positiven Einfluss haben kann und wie Musiktherapeuten elektronische Medien sinnvoll in ihre Arbeit integrieren können.

Der parallel zu den Workshops am Nachmittag stattfindende Roundtable mit Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und Gesundheitswesen knüpft thematisch den Festakt an. In diesem Rahmen sollen noch einmal berufspolitische Entwicklungsmöglichkeiten für die Musiktherapie diskutiert werden.

Ergänzt wird das Programm noch durch eine Ausstellung von sowohl analogen als auch elektronischen Musikinstrumenten für den Therapieeinsatz.

 

 

Programm

UhrzeitProgrammpunktOrt
8:00 UhrRegistrierungWelcomedesk
09:00 UhrEröffnung
Prof. Dr. Douglas Keith, SRH Hochschule Heidelberg
Josephine Geipel, SRH Hochschule Heidelberg
09:30 UhrHeilsame Wirkungen von Musik aus neurowissenschaftlicher Perspektive
Prof. Dr. Stefan Koelsch, University of Bergen, Norwegen
10:00 UhrMusik im Alltag zur Selbsttherapie: Neurobiologische Grundlagen und aktive Emotionsmodulation
Prof. Dr. Richard von Georgi, SRH hdpk Berlin
10:30 UhrPause
10:45 Uhr

Musiktherapie und Mentalisierung im Zeitalter der Digitalisierung
Dr. Gitta Strehlow, HfMT, Hamburg

11:15 UhrDigitale Medien in der Musiktherapie – Chancen und Herausforderungen
Markus Sommerer, Universitätsklinikum Erlangen
12:00 UhrMittagspause
und Ausstellung von Musiktherapieinstrumenten
14:00 Uhr - 15:30 Uhr

Parallelveranstaltungen
⇒ Workshops
(Infos s. unten)

⇒ Roundtable:
Berufspolitische Entwicklungen der Musiktherapie in Deutschland und Europa

Moderation: Prof. Thomas K. Hillecke, SRH Hochschule Heidelberg
Prof. Dr. Jörg Fachner, Anglia Ruskin University, GB
Prof. Dr. Lutz Neugebauer, Nordoff/Robins Zentrum  Witten
Dr. phil. Stefan Mainka, Parkinsonklinik Beelitz-Heilstätten Prof.
Dr. Gerhard Tucek, IMC Fachhochschule Krems

16:00 UhrMitgliederversammlung DMtG

Workshops

Zum Thema:

Im Rahmen des Workshops werden anhand praxisnaher Anwendungsbeispiele Methoden zur Arbeit mit Apps und Musiksoftware in der Musikvermittlung demonstriert. Selbst einfache „intuitive“ Apps und Softwares ermöglichen bereits ein weites Feld an Möglichkeiten Musik zu schaffen, zu erleben oder auch interaktiv zu gestalten. Dafür ist einerseits die grundlegende Bedienung der Software, andererseits Kreativität bei der Entwicklung von Inhalten und Methoden Voraussetzung dafür Mehrwert in der musikalischen Arbeit zu erzielen. Beispielhaft werden im Workshop Arbeitsweisen vorgestellt und entsprechende Softwaregrundlagen vermittelt.

 

Zur Person:

Daniel Hofstätter - geboren 1987 in Österreich lehrt er an der HfMDK Frankfurt Musiksoftware im Fachbereich Schulmusik. Er studierte Jazz-Klavier und Keyboards in Wien und Mannheim. Seit 2012 unterrichtete er auch an privaten wie auch städtischen Musikschulen und führte zahlreiche pädagogische Projekte an Förder- und Realschulen, KiTas sowie an Gymnasien und im ausserschulischen Bereich durch.

Zum Thema:

Aufgrund der rasanten musiktechnologischen Entwicklung des letzten Jahrhunderts finden elektronische Klänge und moderne Instrumente mittlerweile auch Anwendung in der aktiven Musiktherapie. Jedoch gibt es bisher wenig qualitative Forschung und Fachliteratur, die eine praktikable Anwendung von elektronischen Musikgeräten in einem musiktherapeutischen Setting erläutern. In diesem Workshop wagen wir uns gemeinsam auf dies unbekannte Terrain und probieren spielerisch aus, wie sich musiktherapeutische Spielformen mit elektronischen Instrumenten und digitalen Medien umsetzen lassen. Im Fokus steht die Improvisation mit elektronischen Musikgeräten, wie z.B. Synthesizer, Tablet mit Musik-Apps oder Stimmen-Effektgerät, aber auch deren Kombination mit dem herkömmlichen Instrumentarium. Es werden keine Vorerfahrungen mit elektronischen Geräten vorausgesetzt.

Zur Person:

Mag. Eugen Luz (Musiktherapeut) - Abschluss des Musiktherapiestudiums mit dem Diplomarbeitsthema „Zur Anwendung elektronischer Musikinstrumente und neuer Musiktechnologien in der aktiven Musiktherapie“ im Jahr 2017. Leiter des Workshops „Experimentierfeld: Improvisieren mit elektronischen Instrumenten und digitalen Medien“ bei der Musiktherapie Sommerakademie Wien 2018. Derzeit als Musiktherapeut im VKKJ Ambulatorium Liesing (Wien) tätig – u.a. mit Einbezug elektronischer Musikgeräte in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Zum Thema:

Musikhören ist eine weit verbreitete Freizeitaktivität, besonders bei Jugendlichen. Es wird durch neue Technologien (z.B. Streamingdienste wie Spotify, Amazon Music oder Deezer) beeinflusst, die die individuellen Präferenzen des Individuums in den Fokus nehmen und ihm beispielsweise Playlists auf der Basis des vorherigen Nutzungsverhaltens kreieren. Durch die Smartphones können die Menschen inzwischen jederzeit und überall Musik hören. Musiktherapeuten könnten eine große Rolle spielen bei der Beratung von Jugendlichen bezüglich ihres Musiknutzungsverhaltens, da Studien Zusammenhänge zwischen psychopathologischen Symptomen wie beispielsweise Grübeln und Strategien des Musikhörens zeigen. Der Musikkonsum Jugendlicher außerhalb der Musiktherapie könnte also einen starken Einfluss auf ihr Wohlbefinden haben. Auf der anderen Seite zeigen Jugendliche meist eine hohe Kompetenz, was die Beeinflussung ihrer Gefühlswelt mit ihrer Lieblingsmusik betrifft. Dies geschieht jedoch eher unbewusst und unabsichtlich und kann dementsprechend sowohl konstruktiv als auch destruktiv ausfallen. Im Rahmen des Workshops soll eine musiktherapeutische Vorgehensweise vorgestellt werden, die zunächst gezielt versucht die Jugendlichen für den Einfluss ihres Musikhörens auf ihr Wohlbefinden zu sensibilisieren und ihnen anschließend Tools an die Hand gibt, um Musikhören aktiv und konstruktiv zum Affektmanagement einzusetzen.

Die Workshop-Teilnehmer*innen werden aufgefordert, sofern vorhanden, ein Smartphone oder Tablet mitzubringen, auf dem die App mindestens eines Musik-Streamingdienstes installiert ist.

Zur Person:

Josephine Geipel ist seit 2014 Akademische Mitarbeiterin und Dozentin im Fachbereich Musiktherapie an der Fakultät für Therapiewissenschaften der SRH Hochschule Heidelberg. Sie promoviert an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Seit 2014 ist sie Musiktherapeutin an der Campusambulanz für Musiktherapie der SRH Hochschule Heidelberg und seit 2016 an der Klinik für Neonatologie der Universitätsmedizin Mannheim.

Zum Thema:

In der Musiktherapie mit Jugendlichen kommt häufig, neben störungsbedingten Blockaden und Widerständen, auch eine für gesunde Jugendliche typische Skepsis gegenüber gestalterischen Angeboten durch Fremde und nicht den eigenen Peers zugehörige Menschen zum Tragen. Gerade wenn diese Angebote von Erwachsenen in der asymmetrischen Beziehung zwischen Therapeut und Patient gemacht werden, schützen Jugendliche ihre eigenen Interessen und Zugehörigkeiten vor äußeren Eingriffen. Die Einbeziehung digitaler Musikproduktionsmöglichkeiten, welche besonders für Jugendliche aufgrund ihrer Nähe zu den Neuen Medien erfahrungsgemäß einen Reiz ausüben, kann musikalische Prozesse anstoßen und so den therapeutischen Beziehungsaufbau fördern. Dies stärkt in vielen Fällen die Bereitschaft für die Einlassung auf die Musiktherapie als Behandlungsform während ihres klinischen Aufenthaltes. Die hier zum Einsatz kommenden Methoden und Techniken sollen anhand praktischer Beispiele vorgestellt und so ihr therapeutischer Nutzen veranschaulicht werden.

Zur Person:

Daniel Börsch - Studium der Historischen Ethnologie an der Goethe Universität in Frankfurt von 2001 bis 2005. Bandarbeit als Gitarrist und Songschreiber während und nach diesem Studium, bis zur Aufnahme des Doppelstudiums Musiktherapie und Soziale Arbeit in Frankfurt am Main 2009. Abschluss des Masters Musiktherapie im Jahre 2011 und Eintritt in die Berufstätigkeit als Musiktherapeut auf der psychosomatischen Station der Kinderkliniken Prinzessin Margaret in Darmstadt. 2013 Abschluss des B.A. Sozialer Arbeit mit anschließender staatlicher Anerkennung.

Zum Thema:

Seit einigen Jahren hat die Musiktherapie in den Rehabilitationsprozeß nach Cochlea Implantation (Hörprothese nach Ertaubung) Einzug gehalten. Die Interpretation dieser elektrischen Stimulation des Hörnervs bedeutet eine neue neuronale Anpassung des Gehirns. Dafür ist gezieltes und intensives Üben notwendig. Patienten durchlaufen eine Rehabilitationsphase, in der das neue Hören schrittweise wieder aufgebaut werden soll. Das Hörtraining mit musikalischen Elementen sowie der kreative Umgang mit Musik in der Musiktherapie bieten dafür ideale Möglichkeiten. Um ein andauerndes intensives Training für diese Patientengruppe zu ermöglichen, wurde von Kathrin Mertel ein Musikheimtraining entwickelt, das momentan als CD-Version vorliegt. In Zukunft soll dafür eine Digitalisierung geplant sein. Am Beispiel dieser Thematik wird im Workshop der Entwicklungsprozeß eines (digitalen) Heimtrainings vorgestellt. Weiterhin soll gemeinsam mit den Teilnehmern Erfahrungen, Möglichkeiten, Umsetzung und Bedarf an digitaler Anwendung in der Musiktherapie diskutiert werden.

Zur Person:

Kathrin Mertel (MM, NMT-F Diplom-Musiktherapeutin, FH) - erwarb 2003 ihr Diplom für Musiktherapie an der Fachhochschule Heidelberg. Anschließend absolvierte sie das Masterstudium in Neurologischer Musiktherapie (NMT) an der Colorado State University/USA. Von 2006 - 2011 war sie als Neurologische Musiktherapeutin im Neurologischen Rehabilitationszentrum für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene der Klinik Bavaria bei Dresden tätig. Ihre Arbeit konzentrierte sich auf die Behandlung von Patienten mit Schädelhirntrauma und Infantiler Zerebralparese mit Schwerpunkte in der Rehabilitation sensomotorischer, sprach- und sprecherischer, sowie kognitiver Störungen. Seit Herbst 2011 arbeitet sie im Sächsischen Cochlear Implant Centrum der Universitätsklinik Dresden. Dort erarbeitete sie ein musiktherapeutisches Behandlungskonzept für die Rehabilitationsphase nach Cochlear Implantation für Kinder und postlingual ertaubte Erwachsene. Neben ihrer klinischen Arbeit hält sie Vorträge und Workshops im In- und Ausland und hat einen Lehrauftrag am Musiktherapeutischen Institut der Universität der Künste in Berlin. Seit Februar 2008 ist sie Fellow der Robert F. Unkefer Academy für Neurologische Musiktherapie, sowie seit 2009 Dozentin bei den NMT-Zertifizierungskursen in Europa.

Zum Thema:

Health and human service programs are increasingly required to demonstrate evidence of their effectiveness. This requirement is challenging for creative arts therapists who have as yet few well-developed assessment frameworks or tools that are viable for every day use in professional practice. As yet, technology has not been well-utilised to assist assessment in creative arts therapies, despite its potential evidenced in other professions. This workshop introduces iPad app, MARA (Movement Assessment and Reporting App) developed to assist dance movement therapists implement effective and evidence-based assessment. The comprehensive outcomes framework that underpins MARA is also discussed, and the outcomes it articulates across five domains (physical, cultural, emotional, cognitive and social). Participants will consider the possibilities for assessment aided by this technology, including data collection options of quantitative assessment, qualitative written notes, photos, videos, voice recordings and drawings. They will consider the app’s relevance for music therapy practice through interactive activities.

Zur Person:

Dr. Kim Dunphy - Post-Doctoral Research Fellow, Creative Arts Therapies Research Unit, University of Melbourne, Australia, is interested in two main research questions: what difference do we make and how do we know? Kim is President, Dance Movement Therapy Association of Australasia, and inaugural Convenor, World Alliance for Dance Movement Therapy.

Sie haben Fragen? Sprechen Sie uns an!

Josephine Geipel

Josephine Geipel

Akademische Mitarbeiterin

Fakultät für Therapiewissenschaften, Musiktherapie
Raum 1.19
Maria-Probst-Str. 3
69123 Heidelberg
Telefon +49 6221 8223-029 E-Mail schreiben

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