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News Detail

Pressemitteilung

Ein Meilenstein - zwei Meilensteine?

Viel Umbruch bei den Psychologen. Psychologie-Student und Fachschaftsmitglied René Abele berichtet, dass ab Oktober 2019 auch für SRH-Psychologiestudierende die Möglichkeit besteht, durch ein zusätzliches Wahlfach im Master zur Psychotherapie-Ausbildung für Erwachsene, Kinder oder Jugendliche zugelassen zu werden. Doch auch die voraussichtliche Novellierung des Psychotherapeutengesetzes, kurz PsychThG, bringt lange erhoffte Änderungen mit sich – but does it?

Gute Nachrichten für die Psychologie-Studierenden an der SRH Hochschule Heidelberg: Auch nach ihrem Hochschul-Abschluss können sie eine Approbation zum psychologischen Psychotherapeut für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene anstreben.

Die gute Nachricht zuerst. Nach vielen Jahren der Unsicherheit dürfen sich Psychologiestudierende der SRH nun endlich sicher sein: Eine Psychotherapeuten-Ausbildung zum nach dem Master of Science in Psychologie ist ab Oktober 2019 möglich. Bisher blieb diese so genannte Approbation, zumindest in Baden-Württemberg, nur Absolventen von staatlichen Universitäten vorbehalten. Groß war der Unmut jener Bachelors, die der SRH und dem bewährten CORE-Prinzip den Rücken kehren mussten, um sich auf die Suche nach einem Masterplatz an einer staatlichen Universität zu machen, was sich nicht immer einfach gestaltet.

„Dies ist ein längst fälliger Schritt.“

So darf es nur wenige überraschen, wie groß die Freude in der Fakultät für Angewandte Psychologie der SRH ist. „Das ist wie ein wahrgewordener Traum. Studierende müssen die SRH nun für den Master nicht mehr verlassen, das nimmt große Sorgen!“, so Jerôme Speck, Vorsitzender der Fachschaft Psychologie. „Wir haben lange gehofft und gewartet, jetzt bieten sich ganz neue Möglichkeiten als Studierender“, fügt seine Kommilitonin und Vizevorsitzende der Fachschaft Yvonne Mühlberger hinzu. Und auch der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Frank Musolesi findet klare Worte: „Dies ist ein längst fälliger Schritt, über den wir uns natürlich freuen. Aus unserer Sicht löst die Politik damit mit erheblicher zeitlicher Verzögerung ihr Versprechen ein, im Sinne der „Bologna-Reform“ eine faktische Gleichstellung zwischen Universitäten und Angewandten Hochschulen zu realisieren.“

„Hauptverantwortlich für diesen positiven Umbruch ist Prof. Dr. Helena Dimou-Diringer, Leiterin der Heidelberger Akademie für Psychotherapie (HAP), die mit Unterstützung von Adrian Thöny (selbst ehemaliger Psychologie-Student der Fakultät) von der SRH Higher Education, Jahre lang die Hoffnung nicht aufgeben und dafür gekämpft haben, die Psychologie-Studiengänge der Hochschulen mit universitären Studiengängen gleichzustellen. „Es war schon paradox – wir durften die Psychologie-Absolventen der SRH nicht für eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aufnehmen. Zugelassen waren nur die Absolventen der Sozialen Arbeit und universitäre Master-Absolventen. Wir freuen uns, dass wir nun auch die Absolventen der SRH bei uns begrüßen dürfen“, kommentiert sie freudig die Änderung.

Spahns Pläne werfen uns wieder zurück

Ein weiteres Versprechen, mit dessen Einlösung die Politik lange auf sich warten lässt, ist die Novellierung des Psychotherapeutengesetzes. Seit dessen Inkrafttreten 1999 wurde es kaum verändert, und bringt viele Unzulänglichkeiten mit sich, wie z.B. unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen zur heutigen postgradualen Ausbildung nach der Bologna Reform, die prekäre finanzielle und arbeitsrechtliche Bedingungen der Ausbildungsteilnehmer oder auch der Schwerpunkt der Ausbildung auf der ambulanten Psychotherapie

Die geplante Reform, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gerade voranbringt, möchte daran etwas ändern, bringt jedoch auch Nachteile mit sich, vor allem für Fachhochschulen.

Sein Gesetzesentwurf sieht vor, einen Psychotherapie-Studiengang, also ein Direktstudium zu etablieren, das aus einem dreijährigen Bachelor- und einem zweijährigen Masterstudium besteht und mit der Approbation zum Psychotherapeuten endet. Danach folgt seinem Entwurf nach die Spezialisierung zum Fachtherapeuten, also für Erwachsene oder für Kinder und Jugendliche. Diese Spezialisierung soll in einem festen Anstellungsverhältnis viel besser vergütet werden. Dennoch sieht Frank Musolesi die aktuellen Reformvorschläge des Gesetzgebers kritisch: „Damit wird die Psychologie in ihrer Disziplin empfindlich eingeschränkt, denn es gibt ja durchaus mehr als die Psychotherapie als Teil des Ganzen. Was jedoch noch viel dramatischer ist: Das Studium der Psychotherapie soll nur an Universitäten möglich sein, nicht an Hochschulen der Angewandten Wissenschaft wie wir eine sind.“ So entfaltet sich an dieser Stelle die ganze Ironie, ein neuer Bruch mit Bologna zeichnet sich ab. Erneut wird der Gesetzesgeber der Bologna-Reform nicht gerecht und schaffte ein System mit mehreren Klassen. Denn sollte die Reform von Herrn Spahn in dieser Form umgesetzt werden, wäre die oben beschriebene Approbationszulassung der Hochschulen nichts mehr wert.

Auch die Fachschaft Psychologie, die viele Jahre auf dem bundesweiten PsyFaKo, dem Psychologie Fachschaften Kongress, vertreten war und intensiv an den Gesetzesvorschlägen mitgearbeitet hat, ist eher ernüchtert angesichts Herrn Spahns Vorstoß. „ Das ist einfach nicht das, was wir uns erhofft haben, wir brauchen die richtigen Änderungen und keine, die neue Probleme schaffen“, hört man aus den Reihen des Fachschaftrates. Viel los also im Moment bei den Psychologen und es darf nicht wundern, dass sie voller (An-)Spannung in den Bundestag blicken, wo in diesen Wochen der Vorschlag von Herrn Spahn heiß diskutiert wird. Stimmen Sie online für den Einbezug von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in die Psychotherapeutenstudiengänge: https://bit.ly/2NIPPyh

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Janna von Greiffenstern

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