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Studium Bachelorstudium Kindheitspädagogik Pilotprojekt Kindliche Mehrsprachigkeit

Pilotprojekt Kindliche Mehrsprachigkeit Russlanddeutsche Familien und ihre Sprachpraktiken

Leitung: Prof. Dr. Nataliya Soultanian

Aussiedler sind eine der größten Zuwanderergruppen in Deutschland. Die Nachkommen der ehemals nach Osteuropa ausgewanderten Deutschen haben seit den 50er-Jahren das Recht, nach Deutschland einzureisen und die deutsche Staatsangehörigkeit zu erhalten. Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sind seit Beginn der Aussiedleraufnahme fast 4,5 Millionen Menschen zusammen mit ihren Familienangehörigen nach Deutschland gekommen. Die meisten Aussiedler kommen aus verschiedenen Regionen der ehemaligen Sowjetunion.

Diese Gruppe ist für die Sprachwissenschaft und die Pädagogik hinsichtlich ihrer sprachlichen und sozialen Integration besonders interessant. Zur wechselseitigen Beeinflussung der deutschen und der russischen Sprache, zu den Verläufen des Zweitspracherwerbs, zum kontextabhängigen Gebrauch beider Sprachen beispielsweise liegen bis jetzt kaum Untersuchungen vor.

Das erste Forschungsinteresse der Studie gilt dem Sprachgebrauch, der Sprachenverteilung, der Sprachentrennung und dem Sprachbeherrschungsgrad des Russischen und des Deutschen bei den Kindern von Aussiedlerfamilien. Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, welchen Stellenwert die russische Sprache und die russische Kultur im Elternhaus einnimmt und ob und wie das Russische gefördert wird, um eine ausgewogene Entwicklung beider Sprachen zu ermöglichen.

Im weiteren Verlauf der Studie soll es auch darum gehen, wie in vorschulischen Einrichtungen auf die deutsch-russische Zweisprachigkeit von Aussiedlerkindern eingegangen wird. Um diesen Kindern eine hohe Bildungsbeteiligung in Kindertageseinrichtungen und später beim Schuleintritt zu ermöglichen, ist es wichtig, wie die Einrichtungen ihre interkulturelle Arbeit mit den Kindern und den Eltern weiter ausbauen können. Die Untersuchung beider Bereiche, des familiären und des institutionellen Kontextes, erlauben eine kritische Analyse des Sprachverhaltens und der Spracherziehung von Aussiedlerkindern und liefern die Grundlage für eine differenziertere Gestaltung ihrer Sprachförderung. Aktuell werden die erhobenen Daten ausgewertet und die ersten Ergebnisse diskutiert.