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Studium Masterstudium Psychologie Rechtspsychologie Evaluation eines Selbstsicherheitstrainings der Jugendverkehrsschule Mannheim für Grundschüler der zweiten Klasse

Projekte

Evaluation eines Selbstsicherheitstrainings der Jugendverkehrsschule Mannheim für Grundschüler der zweiten Klasse

Die Gefahren, denen ein Grundschüler auf seinem Schulweg ausgesetzt ist, reichen von einem regen Verkehrsaufkommen bis hin zu Fremden, die das Kind ansprechen und im schlimmsten Fall übergriffig werden könnten. Dennoch entscheiden sich viele Eltern, ihre Kinder den Schulweg alleine zurücklegen zu lassen. Dennoch stellen sich Eltern die Frage, wie sie ihre Kinder am besten vor einem Übergriff durch eine fremde Person schützen können.

Als Reaktion auf die Ängste zahlreicher Eltern entwickelte die Jugendverkehrsschule Mannheim das Projekt „Verdächtiges Ansprechen“. Hierbei handelt es sich um eine früh angesetzte Präventionsmethode für Kinder der zweiten Schulklasse der örtlichen Grundschulen. Ziel ist es, Kindern spielerisch das notwendige Wissen sowie hilfreiche Kompetenzen zu vermitteln, damit diese ein verdächtiges Ansprechen durch eine fremde Person erkennen und sich in dieser Gefahrensituation vor einem Übergriff schützen können. Das Projekt besteht aus drei Teilen: (1) Ein Schulhoftraining, in welchem die Kinder in Rollenspielen protektive Verhaltensweisen für den Fall erlernen, dass sie von einer Fremden Person aus einem Auto heraus angesprochen werden. (2) Ein Turnhallentraining, in welchem Kinder einen sicheren Stand sowie die Fähigkeit zum gleichzeitigen Laufen und Schreien trainieren. (3) Ein Puppenbühnenstück, in welchem die Entführung eines Kindes durch einen vermeintlich netten fremden Herren dargestellt wird. Das Projekt soll sich positiv auf die Selbstsicherheit der Kinder sowie das Sicherheitsgefühl der Eltern auswirken.

Auch wenn das Projekt seit mehreren Jahren von zahlreichen Kindern durchlaufen wurde, fehlte es an einer systematischen Begleitevaluation zur Bestimmung des Lernerfolges der Kinder. Die Jugendverkehrsschule Mannheim beauftragte daher die Abteilung Rechtspsychologie im Jahre 2016, das erfolgreich implementierte Projekt auf seine Wirksamkeit zu überprüfen. Die erste Evaluation fand durch acht Master-Studierende des Studienganges Rechtspsychologie statt, die sowohl während der Trainings in den Schulen als auch während des Puppenbühnenstücks anwesend waren. Im Jahr 2017 wurden weitere Trainings durch 29 Bachelor-Studierende des Wahlpflichtfaches Rechtspsychologie begleitet. Im Rahmen der Evaluation wurden zahlreiche Daten mittels Verhaltensbeobachtungen und einer schriftlichen Wissensabfrage der Kinder sowohl vor als auch nach den Trainings erhoben. Diese Daten wurden hinsichtlich des Kompetenz- und Wissenszuwachses der Kinder von den Studierenden ausgewertet. Im Rahmen der Begleitforschung konnte ein Kompetenz- und Wissenszuwachs bei einem Großteil der Kinder festgestellt werden. Darüber hinaus konnten die Studierenden den Projektverantwortlichen der Jugendverkehrsschule spezifische Bereiche rückmelden, in denen die Kinder auch nach dem Training noch Lernbedarf aufwiesen. Anhand der Evaluationsergebnisse entwickelten die Studierenden Vorschläge zur Weiterentwicklung des Trainings, die an die Projektverantwortlichen der Jugendverkehrsschule rückgemeldet wurden. Darüber hinaus untersuchten Felix Vogel, M. Sc. cand., und Katrin Müller, B. Sc. cand., im Rahmen ihrer Bachelor- und Master-Thesen den Langzeitlerneffekt des Präventionstrainings.

Unser besonderer Dank gilt der Polizeihauptkommissarin Frau Tanja Ambacher für das entgegengebrachte Vertrauen.

Unser Kontakt

Svenja Jasmin Haußner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Fakultät für Angewandte Psychologie
Länderbeauftragte Belarus
Raum 1.37
Maria-Probst-Str. 3
69123 Heidelberg
Telefon +49 6221 8223-023 E-Mail schreiben
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