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Speziell für unsere Studierenden mit Behinderung: Bewerben mit Individualität

In der Bewerbung mit Individualität überzeugen - das lernen Studierende mit einer Einschränkung im Rahmen des Studium Generale bei Ilonka Lütjen am 9. und 16. November 2021.

"Sammeln Sie Ihre Stärken!" Bewerber:innen mit einer physischen oder auch psychischen Behinderung können in Bewerbungsgesprächen durchaus punkten: Ihre individuelle Persönlichkeit und Kompetenzen sind für die Teams eine Bereicherung. Im Kurzinterview erklärt die Seminarleiterin Ilonka Lütjen, worum es ihr bei ihrem Seminar "In der Bewerbung mit Individualität überzeugen (für Studierende mit Einschränkungen)" geht. Weitere Infos und Anmeldung hier.

Welchen besonderen Herausforderungen stehen Bewerber:innen gegenüber, die eine Einschränkung haben?

Auf der einen Seite sind Bewerberinnen mit Ablehnung, Unwissenheit, Berührungsängsten und Vorurteilen konfrontiert. Immer noch ist in recht vielen Unternehmen der Glaube vorhanden, dass man einen Menschen mit Behinderung sowieso nicht wieder los wird, wenn man ihm kündigen möchte. Aus diesem Grund werden Personalabteilungen angewiesen, „so jemanden“ gar nicht erst einzustellen. Auf der anderen Seite gibt es allerdings Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und gerne Menschen mit Behinderung einstellen. Sie wissen, dass zu dem fachlichen Wissen noch das persönliche Potenzial hinzu kommt. Oder aber die Unternehmen kennen sich aufgrund ihrer eigenen Vita mit dem Thema Einschränkung aus.

Richtet sich das Seminar an alle Betroffenen, ob psychisch oder physisch eingeschränkt? Wie ist der Workshop inhaltlich geplant?

Das Seminar richtet sich an alle Betroffenen. Allerdings habe ich durch meine eigene Erkrankung und meine Arbeit als Life Coach mehr Erfahrung mit Menschen gesammelt, die eine physische Einschränkung haben. Die Grundprinzipien des Überzeugens sind allerdings gleich. Der Workshop besteht aus einem theoretischen Teil, in dem grundlegendes Wissen zum Thema Bewerbung vermittelt wird: Wissen, auch aus dem Blickwinkel eines Personalers. Damit setzen sich die meisten Bewerber nicht auseinander. Vor dem zweiten Teil können mir persönliche Bewerbungen zugeschickt werden. Diese schaue ich mir an. Im nachfolgenden Workshop sprechen wir darüber.

Welche besonderen Tipps haben Sie für diese Bewerber:innen? 

Bitte machen Sie sich ihre Stärken bewusst. Sammeln Sie diese. Auf dem Weg, mit Ihrer Einschränkung umzugehen, haben Sie einige Dinge gelernt, die auch im Beruf nützlich sind. Resilienz, Zeitmanagement, Kreativität beim Finden von Lösungen, Empathie. Sie können nur andere von sich überzeugen, wenn Sie selber von sich überzeugt sind. Manchmal brauchen die Personaler auch so etwas wie eine Gebrauchsanleitung. Sagen Sie ihnen, wie Sie mit der ein oder anderen Einschränkung umgehen können. Versprechen Sie Offenheit und vermitteln damit Ihrem Gesprächspartner Sicherheit. 

Können Sie vielleicht ein Beispiel nennen, in dem Ihr Coaching gut funktioniert hat?

Mit dem Studienabschluss in der Tasche hat Frau Ceeh angefangen sich zu bewerben. Anfangs machte Frau Ceeh die üblichen Erfahrungen. Sie hatte gleich im Anschreiben und dann auch im Lebenslauf auf ihre Erblindung hingewiesen. Nach einigen Absagen hat sie ihre Bewerbung verändert und die begehrte Stelle erhalten. Sie hat sich per Video beworben und nicht mehr erwähnt, dass sie blind ist. Das aber ist an ihrem weißen Stock erkennbar. Der Personaler konnte sie in unterschiedlichen Situationen des Alltags erlebten und erkennen, dass sie diese meistert. Das hat viel mehr überzeugt, als die bloße Aussage. Auch hierbei gilt: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte".

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Dein Ansprechpartner
Janna von Greiffenstern

Pressereferentin

janna.vongreiffenstern@srh.de +49 (0)6221-6799-934