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Forschung Projekte EBP@S(RH)

EBP@S(RH) - Evidenzbasierte Physiotherapie in der ambulanten Schlaganfallrehabilitation

Wie kann die ambulante physiotherapeutische Versorgung von PatientInnen nach Schlaganfall mit Hilfe neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse optimiert werden? Das Projekt EBP@S(RH) der SRH Hochschule Heidelberg beschäftigt sich im Kontext der evidenzbasierten Physiotherapie mit dieser Fragestellung.

Was erforschen wir?

In Deutschland ereignen sich etwa 270.000 Schlaganfälle pro Jahr und ca. 50% der Betroffenen erfahren Einschränkungen in ihrer Mobilität, Selbstständigkeit und Partizipation. In den letzten Jahren führten neue wissenschaftliche Erkenntnisse (Evidenz) international zu einem Paradigmenwechsel in der Physiotherapie bei Schlaganfall: Grundlage dieses Wechsels sind Prinzipien des motorischen Lernens bzw. der Neuroplastizität. Es hat sich gezeigt, dass diese evidenzbasierte Praxis zu einer verbesserten funktionellen Aktivität, einer erhöhten PatientInnenzufriedenheit und reduzierten Versorgungskosten führt. In Deutschland fand dieser Paradigmenwechsel in der ambulanten Physiotherapie noch nicht (ausreichend) statt. Dadurch ist das Potential der Physiotherapie in der Versorgung von Schlaganfall-PatientInnen noch nicht voll ausgeschöpft. Im Projekt EBP@S(RH) wollen wir durch erste Untersuchungen und Projekte Grundlagen schaffen, die ambulante physiotherapeutische Versorgung zu optimieren bzw. den Paradigmenwechsel hin zu einer wissenschaftlich-orientierten Physiotherapie vorantreiben.

Mit wem machen wir das?

EBP@S(RH) ist ein Projekt der SRH Hochschule Heidelberg. Die Durchführung erfolgt in Zusammenarbeit mit der SRH Hochschule Gera, dem SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg und dem SRH Gesundheitszentrum Bad Wimpfen sowie weiteren Praxispartnern der SRH Hochschulen. Als internationale Kooperationspartner sind die University of Toronto und der FH Campus Wien am Projekt beteiligt.

Wie machen wir das?

Das Projekt EBP@S(RH) besteht aus 4 Teilprojekten:

1. Online-Umfrage

Gemeinsam mit ExpertInnen und TherapeutInnen aus der Praxis wird ein Fragebogen entwickelt, in dem die derzeitige Arbeitsweise von PhysiotherapeutInnen in der ambulanten Versorgung von SchlaganfallpatientInnen erhoben wird. PhysiotherapeutInnen in Baden-Württemberg und Thüringen werden eingeladen, online an der Umfrage teilzunehmen. Somit kann die tatsächliche Arbeitsweise von PhysiotherapeutInnen in der ambulanten Versorgung erfasst und ggf. Schwierigkeiten aufgedeckt werden.

2. Übersetzung eines Fragebogens

Die ‚Evidence-based Practice Confidence Scale’ wird basierend auf wissenschaftlichen Standards aus dem Englischen in die Deutsche Sprache übersetzt und in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dessen Verständlichkeit überprüft. In dem Fragebogen wird erhoben, wie TherapeutInnen sich selbst einschätzen, nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen arbeiten zu können. Dadurch ist es möglich, den Wissensstand von TherapeutenInnen in dem Bereich evidenzbasiertes Arbeiten zu evaluieren sowie Weiterbildungsbedarfe abzuleiten.

 3. Potentialanalyse

Im dritten Teilprojekt evaluieren wir im Rahmen einer Literaturübersicht das Potential und die Übertragbarkeit eines Gruppen-Zirkeltrainings in der ambulanten Versorgung von SchlaganfallpatientInnen in Deutschland. Die physiotherapeutische Gruppentherapie hat sich in zahlreichen Studien (aktuell in einer Cochrane Übersichtsarbeit) als sehr effektiv erwiesen, kommt jedoch in Deutschland kaum zur Anwendung. Die Ergebnisse dieser Literaturarbeit helfen, die Implementierung von ambulanter Gruppentherapie im Kontext des deutschen Gesundheitssystems zu fördern.

4. Erhebung von Bedürfnissen der PatientInnen

Im vierten Teil-Projekt wird die Sicht der Betroffenen, also der Schlaganfall-PatientInnen, auf die ambulante Schlaganfall-Versorgung erhoben. In Interviews wollen wir deren spezielle Bedürfnisse untersuchen, um die Nachhaltigkeit der Rehabilitationsmaßnahmen im Alltag zu optimieren.

Das Gesamtziel des Projektes EBP@S(RH) ist es, eine evidenzbasierte PatientInnen- und praxisnahe Forschungsagenda zur Optimierung der ambulanten physiotherapeutischen Versorgung nach Schlaganfall zu entwickeln.

Wer macht das?

Das interdisziplinäre Projektteam setzt sich aus MitarbeiterInnen der SRH Hochschule Heidelberg um Frau Prof. Dr. Gudrun Diermayr, Professorin für Physiotherapie, zusammen.

Des Weiteren sind Herr Prof. Dr. Bernhard Elsner (Studiengangsleiter Physiotherapie/Ergotherapie B.Sc., SRH Hochschule Gera), Dr. Andreas Becker (Chefarzt Neurologie, SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg), Prof. Dr. Volker Hömberg (Chefarzt Neurologie, SRH Gesundheitszentrum Bad Wimpfen), Andrea Greisberger (M.Sc., FH Campus Wien) und Prof. Dr. Nancy Salbach (Associate Professor, University of Toronto) an dem Projekt EBP@S(RH) beteiligt.

Wie machen Studierende mit?

Studierende sind aktiv in das Projekt EBP@S(RH) eingebunden. So wurde zum Beispiel im Rahmen eines Studierenden-Projekts im Masterstudiengang gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Gudrun Diermayr eine erste Version des Fragebogens zur Erfassung der therapeutischen Arbeitsweise in der ambulanten Schlaganfall-Versorgung entwickelt. Auch Studierende des Bachelorstudienganges sind als wissenschaftliche Hilfskräfte in der ProbandInnen-Rekrutierung und/oder im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an dem Projekt beteiligt.

Wer bezahlt das?

Das Forschungsprojekt EBP@S(RH) wird durch die SRH Förderstiftung finanziell unterstützt.

News

Am 11.12.2018 fand das erste „Kick-Off-Meeting“ des Projektes EBP@S(RH) mit den teilnehmenden Netzwerkpartnern statt. Neben inhaltlichen und methodischen Fragen wurden erste Deadlines gesetzt und Termine für weitere Projekttreffen festgelegt. Das nächste gemeinsame Netzwerktreffen wird im April 2018 stattfinden zu dem auch PatientInnen-Vertreter eingeladen sind.

Ihre Ansprechpartnerin

Gudrun Diermayr

Prof. Dr. Gudrun Diermayr

Professorin

an der Fakultät für Therapiewissenschaften
Raum 1.10
Maria-Probst-Str. 3
69123 Heidelberg
Telefon +49 6221 8223-022 E-Mail schreiben